Ausgabe
01 I 2021
Neues DGKJP-LOGO
Pünktlich zum Jahresbeginn 2021 hat sich die DGKJP im Rahmen von verschiedenen Aktivitäten zu einem einheitlicherem DGKJP-Corporate Design ein neues Logo gegeben. Dabei wurde das alte Logo weiterentwickelt und „modernisiert“.  Wir finden es sehr gelungen und hoffen, dass auch Sie an dem neuen DGKJP-Logo Gefallen finden!
 
Neue AGs der DGKJP konstituieren sich
Die Satzung der DGKJP sieht neben gemeinsamen Kommissionen mit den anderen kinder- und jugendpsychiatrischen Verbänden auch die Möglichkeit der Bildung von AGs vor, die den Vorstand in der Arbeit unterstützen und spezifische Themen zum Inhalt haben.

AG Sportpsychiatrie im Kindes- und Jugendalter
Aus der Mitgliederschaft wurde an den Vorstand der Wunsch herangetragen, sich vermehrt mit den Auswirkungen von Sport und psychischer Gesundheit zu beschäftigen. Der Vorstand der DGKJP hat diesen Wunsch intensiv diskutiert und es hat sich im Oktober 2020 eine AG „Sportpsychiatrie im Kindes- und Jugendalter“ gegründet. In Absprache mit dem Vorstand sollen erste Themen sein: die Bedeutung des Sports im Rahmen von Therapien und für die psychische Gesundheit von Minderjährigen, die Bedeutung von sporttherapeutischen Angeboten in Kliniken aber auch mögliche Auswirkungen und Probleme von jungen Menschen, die im Leistungssport aktiv sind.
 
AG Rechtliche Fragestellungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Rechtliche und forensische Fragestellungen sind ein wichtiges Thema für die Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Die Fachgesellschaft und die beiden kinder- und jugendpsychiatrischen Verbände zertifizieren seit Jahren die entsprechenden Curricula. Gleichzeitig hat das breite Themenfeld, das von familienrechtlichen Fragestellungen bis hin zu strafrechtlichen Fragestellungen reicht, in der deutschen kinder- und jugendpsychiatrischen Landschaft bisher keine optimale Verortung. Die DGKJP hat immer eng mit EFCAP zusammengearbeitet. Gleichzeitig sieht der Vorstand die Notwendigkeit, hier auch innerhalb Deutschlands intensiv sowohl in Forschung als auch für den Nachwuchs tätig zu werden. Auch zu dieser Thematik haben uns Initiativen von Mitgliedern der DGKJP erreicht, die der Vorstand gerne unterstützt. Es hat sich im Januar 2021 die AG „Rechtliche Fragestellungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie“ gegründet. Diese wird zu Fragen der Entwicklung von Delinquenz, wie aber auch zu familienrechtlichen oder anderen Themen eine Agenda erarbeiten. Die AG wird auch eng mit der bereits bestehenden Expertise im Bereich der Forensik, wie sie im Maßregelvollzug besteht, zusammenarbeiten.

Die DGKJP freut sich über diese Aktivitäten und die inhaltliche Zusammenarbeit. Auch wird eine strukturelle Weiterentwicklung der AGs nicht ausgeschlossen. Bei einer entsprechenden inhaltlichen Entwicklung besteht die Möglichkeit die Struktureinheiten in Gemeinsame Kommissionen umzuwandeln. Durch einen Dialog hierzu auf dem 3-Verbändetreffen würde dies auch von BKJPP und BAG KJPP unterstützt.

Beide neuen AGs werden sich auch auf dem Kongress in Magdeburg (18. – 21.05.2022) präsentieren.
 
Deutschlandweite Umfrage zur Diagnostik und Therapie psychiatrischer Erkrankungen bei Adoleszenten
Gerne möchten wir auf die Umfrage zur Diagnostik und Therapie psychiatrischer Erkrankungen bei Adoleszenten im Rahmen von zwei Masterarbeiten der Universität Würzburg aufmerksam machen.

Bei der Umfrage handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Lehrstuhls für Psychologie I an der Universität Würzburg (Professor Dr. Paul Pauli) mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Würzburg (Professor Dr. Marcel Romanos und Dr. Arne Bürger). 

Die Befragung zielt darauf ab, die Versorgungssituation, Diagnostik und Therapie einer psychischen Erkrankung in der Adoleszenz zu untersuchen. Dabei geht es insbesondere um die persönliche Wahrnehmung und der Einstellung von Behandler*innen zu diesen Themen. Die Daten sollen im Rahmen zweier Masterarbeiten im Studiengang Psychologie ausgewertet werden und die Ergebnisse im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Die Befragung richtet sich an psychologische Psychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen, Kinder- und Jugendpsychiater*innen sowie Erwachsenenpsychiater*innen. Sie erfolgt unter Berücksichtigung eines Ethikvotums der Universität Würzburg (GZEK 2020-87) und vollständig anonymisiert. Die Umfrage wird circa 25 Minuten in Anspruch nehmen und ist unter folgendem Link zu erreichen:

https://www.soscisurvey.de/UmfrageTherapierende/
Zwei neue Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) verkündete am 10.03.2021 die beteiligten Standorte der neuen Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung für Psychische Gesundheit sowie für Kinder- und Jugendgesundheit. Die DGKJP begrüßt die Bildung der neuen Deutschen Zentren und gratuliert den zukünftig beteiligten Kolleg*innen aus den jeweiligen Kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken. Vor dem Hintergrund ihrer Häufigkeit und gesundheitspolitischen Bedeutung wird die Politik aufgefordert, in den zukünftigen Zentren die Forschung zu kinder- und jugendpsychiatrischen Themen besonders zu betonen, wie es bereits in der Ausschreibung benannt wurde. Gleichzeitig mahnt die DGKJP die Notwendigkeit einer über die Zentren hinausgehenden Forschungsförderung zu kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen an und ruft alle Forschenden im Feld dazu auf, bisher bereits bestehende Vernetzungen zu intensivieren.
 
DGKJP-Informationen zur Covid-19-Pandemie
Mit dem Ziel pandemierelevante Informationen mit Bezug zur Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie stärker zu bündeln, hat die DGKJP auf ihrer Website einen gesonderten Bereich eingerichtet. Neben Stellungnahmen finden sich hier Pressemitteilungen und Hinweise für die Praxis.
 
Fakten für Familien
23 I 02 I 2021
Im Rahmen ihrer Aktivitäten zur Covid-19-Pandemie hat die DGKJP kürzlich Fakten für Familien veröffentlicht. In der Handreichung informiert die DGKJP Familien zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen allgemein und speziell in Zeiten der Coronavirus-Pandemie. Dabei werden fachlich abgesicherte Einordnungen und praktische Tipps gegeben, die im Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen deren gesunde seelische Entwicklung fördern. Nützliche weiterführende Kontakte und Informationen finden sich am Ende des Papiers.
Zu den Fakten
 
Verordnung zur Neuregelung der ärztlichen Ausbildung
14 I 01 I 2021

Der DGKJP-Vorstand hat in Bezug auf den Referent*innenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) für die neue Approbationsordnung für Ärzt*innen Stellung genommen. In der Kommentierung und Bewertung des Entwurfs wird die Bedeutung der stärkeren strukturellen und inhaltlichen Integration des Fachgebietes der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in die Ausbildung junger Ärzt*innen betont.
Zur Stellungnahme
 
Einsatz von
Sprach- und Kulturmittler*innen
11 I 02 I 2021

In den Empfehlungen der Gemeinsamen Kommission Migration zum Einsatz von Sprach- und Kulturmittler*innen in der psychotherapeutischen Versorgung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen, ihren Familien und Bezugspersonen sprechen sich die Verbände für den Einsatz professioneller Dolmetscher*innen in der psychotherapeutischen Arbeit aus. Das Papier benennt Probleme und Chancen bei der Arbeit mit Dolmetscher*innen im psychiatrischen/ psychotherapeutischen Versorgungskontext von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und leitet Empfehlungen ab, um einen Beitrag zur professionellen Handlungssicherheit in der Zusammenarbeit mit Dolmetscher*innen zu leisten.
Zu den Empfehlungen
Dritter Durchgang Curriculum zur Fort- und Weiterbildung im Bereich Suchterkrankungen im Kindes- und Jugendalter
Aufgrund der hohen Nachfrage plant die Suchtkommission einen dritten Durchgang des Curriculums. Da das aktuelle Curriculum pandemiebedingt noch nicht abgeschlossen ist, die einzelnen Durchgänge sich nicht überschneiden sollen und ein ausschließliches Online-Curriculum nicht durchführbar ist, ist angedacht, einen neuen Durchlauf erst im kommenden Jahr 2022 zu beginnen. Zu gegebener Zeit finden Sie Informationen auf unserer Website.
 
Kindness for Kids-Versorgungspreis
Die Stiftung Kindness for Kids – Stiftung für Kinder mit seltenen Erkrankungen schreibt erneut den mit 40.000 EUR dotierten Kindness for Kids-Versorgungspreis 2021 mit einer aktuellen Bewerbungsfrist zum 30.04.2021 aus. Der Preis fördert innovative Ansätze in der Versorgungsforschung im Bereich von Kindern mit seltenen Erkrankungen. Nähere Informationen zu den Ausschreibungsbedingungen sind auf der Website der Stiftung abrufbar.
Folgende Leitlinien unter Beteiligung der DGKJP konnten veröffentlicht werden:
 
Die S3-Leitlinie "Medikamentenbezogene Störungen" (Federführung DGPPN und DG-Sucht) wurde unter Beteiligung der DGKJP (Mandat: Prof. Dr. med. Michael Kölch und Prof. Dr. med. Rainer Thomasius) veröffentlicht und ist in der aktuellen Fassung gültig vom 01.08.2020 bis zum 31.07.2025.
 
Die S3-Leitlinie "Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung" (Federführung DG-Sucht) wurde unter Beteiligung der DGKJP (Mandat: Prof. Dr. med. Rainer Thomasius) veröffentlicht und ist in der aktuellen Fassung gültig vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2025.
 
Die S3-Leitlinie "Screening, Diagnostik und Behandlung alkoholbezogener Störungen" (Federführung DG-Sucht und DGPPN) wurde unter Beteiligung der DGKJP (Mandat: Prof. Dr. med. Rainer Thomasius) veröffentlicht und ist in der aktuellen Fassung gültig vom 01.01.2021 bis zum 31.12.2024.

Die S3-Leitlinie „Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen“ (Federführung DGKJ, DGEpi, DGPI) wurde unter Beteiligung der DGKJP (Mandat: Prof. Dr. med. Michael Kölch) veröffentlicht und ist in der aktuellen Fassung gültig vom 07.02.2021 bis 30.05.2021
"Meister von Morgen": Die Stiftung Achtung!Kinderseele nimmt 2021 die psychische Gesundheit von Azubis in den Fokus
Die Zahlen sprechen für sich: Von 2009 bis 2019 ist die Zahl der psychotherapeutischen Behandlungen von Kindern und Jugendlichen um 104 Prozent auf 823.000 gestiegen. Im Coronajahr 2020 gab es dann laut dem aktuellen Barmer Arztreport noch einmal 44.000 oder sechs Prozent mehr Anträge auf eine erstmalige Therapie oder Akutbehandlung für Kinder und Jugendliche.

Die Stiftung Achtung!Kinderseele setzt sich seit elf Jahren dafür ein, dass Prävention und Frühbehandlung psychischer Krankheiten einen höheren Stellenwert bekommen. 2021 engagiert sie sich mit der Deutsche Bahn Stiftung als Kooperationspartner und Förderer bundesweit verstärkt in der Schulung von Ausbilder*innen. „Mit unserem ‚Meister von Morgen’ Programm möchten wir zur psychischen Gesundheit von Azubis beitragen – und helfen, die hohe Quote an Ausbildungsabbrüchen zu senken“, erklärt Stiftungsleiterin Katharina Schiebold.

Etwa jeder vierte Azubi in Deutschland kehrt seinem Lehrbetrieb vorzeitig den Rücken. Nicht selten liegt dieser Schritt unter anderem in psychischen Problemen oder Drogenmissbrauch begründet. „Wir möchten Ausbilder*innen fit machen, die Zeichen für eine starke psychische Belastung frühzeitig zu erkennen und mit Auszubildenden über geeignete Hilfsangebote zu sprechen“, so Schiebold.

Sie möchten mehr über die Arbeit der Stiftung Achtung!Kinderseele erfahren? Sie können sich vorstellen, bei „Meister von Morgen“ oder auch im Kita-Patenprogramm der Stiftung als Referent*in zu wirken? Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf der Website www.achtung-kinderseele.org. In einem neu eingerichteten Bereich können sich unsere Ehrenamtlichen informell austauschen sowie Feedback und Anregungen geben. Telefonisch erreichen Sie uns in der Geschäftsstelle in Hamburg unter 040-320 8830 25. Wir freuen uns darauf, von Ihnen zu hören.
Stiftung Anerkennung und Hilfe
Seit dem 1. Januar 2017 gibt es die Stiftung Anerkennung und Hilfe.

Sie unterstützt Menschen, die als Kinder und Jugendliche in der Zeit von 1949 bis 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. von 1949 bis 1990 in der DDR in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren haben und heute noch unter den Folgen leiden.

Fachvertreter*innen der KJPP bringen ihre Expertise als qualifizierte Berater*innen in das Angebot der Stiftung ein.

Zum Angebot zählt:
  • Öffentliche Anerkennung durch Thematisierung der Geschehnisse in betroffenen Einrichtungen
  • Wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschehnisse und Berichterstattung
  • Individuelle Anerkennung und finanzielle Hilfe über Beratung in Anlauf- und Beratungsstellen
Nähere Informationen zur Arbeit der Stiftung und ihren Angeboten finden Sie unter:
http://www.stiftung-anerkennung-und-hilfe.de

Bund, Länder und Kirchen haben die Anmeldefrist für Betroffene erneut verlängert. Betroffene können sich nun bis zum 31. Juni 2021 bei einer Anlauf- und Beratungsstelle anmelden.

Sollten Sie in Kontakt zu Betroffenen stehen, bittet die Stiftung um Kommunikation ihrer Unterstützungsleistungen.
Recht und Politik
Verbändestellungnahme zum Beschluss des Bundesrates zum KJSG
Keine Meldepflichten im Kinderschutz!

Verschiedene Fachverbände haben in der Stellungnahme zum Bundesratsbeschluss vom 12.2.2021 Kinder – und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) Drucksache 5/1/21 auf den Bundesratsbeschluss vom 12. Februar 2021 reagiert. In einigen der hier vorgeschlagenen Neuregelungen zum Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG), insbesondere in den §§ 8a SGB VIII, 4 und 4a KKG würden sich abseits guter Intentionen zur Verbesserung des Kinderschutzes rechtssystematisch und fachlich hoch problematische Vorschläge finden, die zu einer bedenklichen Aushöhlung grundlegender Strukturprinzipien des deutschen Kinderschutzes und zur Untergrabung zentraler Vertrauens- und Hilfebeziehungen führe. Die Anhörung zum KJSG im Bundestag fand am 22. Februar 2021 statt (siehe oben).
Quelle: Deutsche Liga für das Kind Newsletter, Nr.8, 01.03.2021
Anteil Studierender mit psychischen Beeinträchtigungen steigt
Laut der Antwort der Bundesregierung 19/26712 auf die Kleine Anfrage der FDP-Fraktion 19/26331 zur psychischen Gesundheit von Studierenden und Auszubildenden steigt der Anteil der Studierenden mit psychischen Beeinträchtigungen. In der coronaspezifischen Sonderbefragung im Jahr 2020 sei dieser Anteil auf zehn Prozent gestiegen. Laut der Sozialerhebung im Jahr 2012 hatten drei Prozent der Studierenden angegeben, unter Beeinträchtigungen zu leiden, 2016 waren es sieben Prozent.
Aus der Antwort geht auch hervor, dass der Anteil psychischer Beeinträchtigungen bei den Studierenden mit zunehmendem Alter steigt. Frauen geben zudem etwas häufiger als Männer an, eine psychische Beeinträchtigung zu haben (2020: zwölf Prozent versus sieben Prozent). Zudem variieren die Ergebnisse zwischen den Bundesländern. Laut der Erhebung 2016 fiel in Bremen der Anteil mit zwölf Prozent am höchsten aus, in Baden-Württemberg und Bayern mit jeweils sechs Prozent am niedrigsten.
Quelle: Heute im Bundestag, Nr. 218, 22.02.2021
Viel Verbesserungsbedarf an geplanter Reform der Kinder- und Jugendhilfe
Der Bundesrat hat sich am 12. Februar 2021 ausführlich zu den Plänen der Bundesregierung für eine umfassende Reform der Kinder- und Jugendhilfe geäußert.
Auf über 70 Seiten zeigt der Bundesrat in seiner Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen detailliert fachlichen Verbesserungsbedarf auf - beruhend auf Rückmeldungen aus der Praxis.
Quelle: Bundesrat Newsletter 12.02.2021
Bundesregierung beschließt Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz
Die Bundesregierung hat laut Pressemitteilung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) den von der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, Christine Lambrecht, vorgelegten Entwurf eines Gesetzes zur ausdrücklichen Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz beschlossen. Damit setzt sie eine Vereinbarung des Koalitionsvertrags um.
Nach dem Entwurf soll in Artikel 6 Absatz 2 Grundgesetz folgende Formulierung aufgenommen werden:
„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. Die verfassungsmäßigen Rechte der Kinder einschließlich ihres Rechts auf Entwicklung zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten sind zu achten und zu schützen. Das Wohl des Kindes ist angemessen zu berücksichtigen. Der verfassungsrechtliche Anspruch von Kindern auf rechtliches Gehör ist zu wahren. Die Erstverantwortung der Eltern bleibt unberührt.“
Quelle: Pressemitteilung BMFSFJ, 20.01.2021
Kritik an Entwurf zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt
In einer von Mechthild Heil (CDU) geleiteten öffentlichen Anhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz nahmen acht Sachverständige Stellung zu den Gesetzesentwürfen zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder der Koalitionsfraktionen (19/23707) und der Bundesregierung (19/24901), zu den Entwürfen der Grünen für Gesetze zur Fortbildung der Richterinnen und Richter und zur Stärkung des Kinderschutzes im familiengerichtlichen Verfahren sowie zu einem Antrag der Grünen zur Präventionsstärkung. Über den Gesetzentwurf der Koalition und den Grünen-Antrag hatte der Bundestag in erster Lesung Ende Oktober beraten.
Quelle: Heute im Bundestag Nr. 1356, 07.12.2020
Europäischer Rechnungshof: Sonderbericht „Bekämpfung der Kinderarmut“
Der europäische Rechnungshof hat eine erste Prüfung der europäischen Initiativen zur Bekämpfung von Kinderarmut durchgeführt und die Ergebnisse im Bericht Bekämpfung der Kinderarmut – Unterstützung der Kommission muss gezielter erfolgen veröffentlicht. Der Bericht kommt u.a. zu dem Ergebnis, dass in Rechtsvorschriften zur Verwendung von EU-Mitteln Kinderarmut nicht gesondert aufgeführt sei, sodass ihre Wirksamkeit in Bezug auf das Problem nicht beurteilt werden könne. Der Rat der EU hat Schlussfolgerungen zu diesem Sonderbericht veröffentlicht. Darin wird der Ausschuss für Sozialschutz aufgerufen, genauere Indikatoren für Armut und soziale Exklusion, insbesondere kinderspezifische Indikatoren zu erarbeiten.
Quelle: AGF EuropaNews Dezember 2020, 18.12.2020
Bundeskabinett beschließt mit Entwurf eines neuen Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes SGB VIII-Reform
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf für ein neues Kinder- und Jugendstärkungsgesetz beschlossen, so die Pressemitteilung des BMFSFJ. Damit wird das Sozialgesetzbuch VIII, das Kinder- und Jugendhilfegesetz, reformiert. Ziel des Gesetzes ist, die Teilhabe und Chancengerechtigkeit von jungen Menschen zu stärken, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben.
Quelle: Pressemitteilung BFSFJ, 02.12.2020
Forschung und Studium
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Studien und Wissen
Mehr Kinder in psychotherapeutischer Behandlung – Corona-Pandemie verschärft die angespannte Situation
Informationen des aktuellen BARMER-Arztreports 2021 zeigen: Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind in psychotherapeutischer Behandlung. Innerhalb von elf Jahren hat sich nach Angaben des Arztreports die Zahl der jungen Patient*innen mehr als verdoppelt. Demnach benötigten im Jahr 2019 rund 823.000 Kinder und Jugendliche psychotherapeutische Hilfe, 104 Prozent mehr als im Jahr 2009. Die Corona-Pandemie samt strikter Kontaktbeschränkungen dürfte dabei die Situation noch ein Stück weit verschärfen, so die Studie.
 
Bereits die erste KIGGS-Welle und die mit ihr verbundenen einzelnen BELLA-Erhebungswellen zwischen 2003 und 2008 hatten deutlich gemacht, dass der Therapiebedarf bei Kindern und Jugendlichen und die Inanspruchnahme durch sie nicht deckungsgleich waren: weniger als die Hälfte der befragten Kinder und Jugendlichen bei denen eine psychiatrisch-psychotherapeutische Abklärung und ggf. Behandlung angezeigt war, hatte diese tatsächlich auch in Anspruch genommen. Die aufgezeigten Entwicklungen im Arztreport der Barmer bilden somit eine positive Entwicklung ab, da offenbar der Anteil junger Menschen in psychotherapeutischer Behandlung angestiegen ist.
Quelle: Presseinformation BARMER, 02.03.2021; eigene Ergänzung
Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen
Sechs Thesen zur Verbesserung der Gesundheitsförderung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche:
Um die soziale Kluft zwischen Erfolg und Misserfolg bei der Prävention von Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu überbrücken, verständigten sich die Referent*innen des digitalen peb-Kongresses „Raus aus dem Präventionsdilemma!“ der Plattform Ernährung und Bewegung e. V (peb) in Kooperation mit dem Lebensmittelverband Deutschland auf die folgenden sechs Thesen:
  • Die Selbstwirksamkeit von Eltern, Kindern und Jugendlichen mit niedrigem sozio-ökonomischen Status muss gestärkt werden
  • Gesundheitsförderung und die damit verbundenen Interventionen müssen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen
  • Die primärärztlichen Strukturen müssen besser genutzt werden
  • Die Praxis der Gesundheitsförderung muss über Systemgrenzen hinweg integriert und in den Regelstrukturen verankert werden
  • Kitas und Schulen müssen ihrer Verantwortung gerecht werden
  • Kommunen sind der beste Ort für eine bedarfsgerechte Gesundheitsförderung
Quelle: Deutsche Liga für das Kind Newsletter, Nr.8, 01.03.2021
Vorstudie zu Programmatik und Wirken pädosexueller Netzwerke in Berlin veröffentlicht
Die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs hat die Vorstudie Programmatik und Wirken pädosexueller Netzwerke in Berlin veröffentlicht. Die Studie untersucht die Strukturen, Organisationsformen, Vernetzungen und Debatten pädosexueller Gruppierungen in Berlin seit den 1970er-Jahren.
Die Vorstudie beinhaltet neben einem einführenden Text der Vorsitzenden der Kommission, Prof. Dr. Sabine Andresen, die Geschichten von zwei Betroffenen, die in ihrer Kindheit und Jugend sexueller Gewalt in pädosexuellen Netzwerken ausgesetzt waren.
Quelle: Deutsche Liga für das Kind Newsletter, Nr.8, 01.03.2021
UNICEF: Bericht zu Chancen und Risiken der Internetnutzung von Kindern
Das UNICEF Forschungsbüro Innocenti hat den Bericht „Investigating Risks and Opportunities for Children in a Digital World“ mit aktuellen Ergebnissen zu den Risiken und Chancen für die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern in ihrer Internetnutzung zusammengestellt. Nicht die Dauer, sondern die Art der Internetnutzung sei ein Risiko für den schädigenden Einfluss des Internets auf Kinder, formuliert der Bericht. So seien Kinder mit typischen Risikofaktoren für ein geringes Wohlbefinden auch im Internet verletzbarer für schädigende Inhalte. Z.B. würden Kinder, die Gewalt erfahren, auch im Internet wahrscheinlicher mit gewaltsamen und pornografischen Inhalten konfrontiert.
Quelle: AGF Europa News Februar 2021, 26.02.2021
Psychisch gefährdende Internetnutzung im Jugendalter nimmt erheblich zu
Laut der Drogenaffinitätsstudie 2019 der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat sich der Anteil der Jugendlichen, die bei Befragungen deutliche Suchtsymptome beschreiben, mehr als verdoppelt: bei männlichen Jugendlichen von 3,0 Prozent (2011) auf 6,7 Prozent (2019) und bei weiblichen Jugendlichen von 3,3 Prozent (2011) auf 8,6 Prozent (2019). Die Drogenaffinitätsstudie 2019 zeigt, dass insbesondere die 12- bis 17-Jährigen von Internet- und Computerspielsucht berichten. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) betonte deshalb die Notwendigkeit spezieller Präventionsangebote für Kinder, Jugendliche und ihre Eltern, mit einem besonderen Augenmerk auf Mädchen und junge Frauen. Die BPtK hat zu diesem Thema den Elternratgeber Internet herausgegeben, der Eltern zum Beispiel Empfehlungen gibt, wie viel Internet je nach Alter der Kinder psychisch unbedenklich ist.
Die BZgA untersucht seit 2011 die Computerspiel- und Internetnutzung von Jugendlichen. Für die „Drogenaffinitätsstudie 2019“ wurde im Zeitraum April bis Juni 2019 eine für Deutschland repräsentative Stichprobe von 7.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 25 Jahren mit computergestützten Telefoninterviews befragt.
Quelle: Feed BPTK, 12.01.2021
UNICEF: Bericht zur sozialen Sicherung von Kindern in Ländern mit hohem Einkommen
Das UNICEF-Forschungsinstitut Innocenti hat den Bericht Supporting Families and Children Beyond Covid-19 zur sozialen Sicherung von Kindern und Familien in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen während der Covid-19-Pandemie veröffentlicht. Dazu wurden alle EU- und OECD-Staaten gezählt. Diese Länder wurden den Äußerungen des Instituts folgend ausgewählt, da sie in der jüngeren Geschichte wenig Erfahrungen im Umgang mit gesellschaftlichen Krisen hätten, die sich auf alle gesellschaftlichen Bereiche auswirkten. Daher sollte untersucht werden, von welchen sozialen und ökonomischen Effekten der Pandemie Kinder in Ländern mit hohem Durchschnittseinkommen betroffen seien, wie Kindeswohl und Kinderarmut sich unter Einfluss der Gesundheitskrise entwickeln würde, ob Regierungsmaßnahmen zur sozialen Sicherung diese negativen Effekte ausreichend abfedern und wie zukünftige Sozialpolitik mit Erfahrungen aus dieser und vorherigen Krisen dafür optimiert werden kann könne, Kinder zu schützen. Laut Bericht sind Kinder von der Covid-19-Pandemie stark betroffen und die Rate der Armutsbetroffenheit von Kindern würde noch voraussichtlich fünf Jahre lang höher sein als vor der Krise. Das komplexe Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie der ökonomischen Situation, dem Gesundheitssystem, der Organisation sozialpolitischer Maßnahmen und der Betroffenheit durch das Coronavirus bedingten die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder in den verschiedenen Ländern. Policies zur sozialen Absicherung von Kindern müssten dem Bericht folgend so gestaltet werden, dass verschiedene Politikbereiche wie Arbeitsmarkt- und Gesundheitspolitik zusammenwirken, um Kinder vor Armut und sozialer Ausgrenzung zu schützen.
Quelle: AGF EuropaNews Dezember 2020, 18.12.2020
Bertelsmann-Stiftung: Vergleichende Studie zu Präventionsstrukturen für Kinder und Familien
Die Studie „Making Prevention Work. Preventive structures and policies for children, youth and families“ vergleicht Präventionsangebote für Kinder und Familien in 12 europäischen Ländern und die Bedingungen ihrer effektiven lokalen Umsetzung.
Laut der Studie müssten die Angebote für die Zielgruppe sichtbar gemacht und verständlich dargestellt werden. Trotz der Vorteile zentral koordinierter Programme müssten die Angebote auf die lokalen Erfordernisse abgestimmt werden. Die größte Barriere für effektive Präventionsmaßnahmen sei die oftmals unzureichende Finanzierung. Besonders in Kommunen mit hohem Bedarf für Präventionsangebote seien die Mittel für solche Programme häufig am knappsten.
Quelle: AGF EuropaNews Dezember 2020, 18.12.2020
Sexualisierte Gewalt an Kinder und Jugendlichen
Nach polizeilichen Statistiken erlitten mindestens 27.000 Kinder und Jugendliche 2019 sexuelle Gewalt. Darunter fallen Straftaten wie Vergewaltigung, Missbrauch, Kinderpornografie und Zuhälterei. Die BPtK fordert deshalb in ihrer Pressemitteilung Psychotherapie in Strafverfahren sicherzustellen.
Quelle: Feed BPTK, 07.12.2020
Datum
Veranstaltung / Veranstalter
Ort
 
17.03.2021 - 20.03.2021
DEGPT-Tagung: "Trauma und Traumafolgestörungen - Soziale Verantwortung, Staat und Justiz"
virtuell
 
25.03. – 26.03.2021
11. Wiener Kongress Essstörungen:
Neue Therapieformen
virtuell
 
29.04.2021
AVISO Festsymposium "The Future of mental Health"
Wien
 
06.05.2021 - 09.05.2021
8th World Congress on ADHD
Prag/ Hybrid
 
08.07.2021 – 09.07.2021
DGKJP-Forschungstagung
Köln
 
13.09.2021 - 15.09.2021
DGKJP-Facharztrepetitorium
Rostock
 
23.09.2021 – 25.09.2021
13. Europäischer Kongress zu psychischer Gesundheit bei intellektueller Entwicklungsstörung
Berlin
 
01.10.2021 - 02.10.2021
Curriculum Entwicklungspsychopharmakologie
Ulm
 
19.06.2022 – 21.06.2022
19th International Congress of ESCAP
Maastricht
 
18.05.2022 – 20.05.2022
7th EFCAP Congress
Eindhoven
 
18.05. – 21.05.2022
XXXVII. DGKJP Kongress 2022 
Zukunft
„Von soweit her bis hierhin – Von hier aus noch viel weiter“
Magdeburg
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Psychotherapie

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